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Wissenswertes über A2 Status und Milcheigenschaften

Was ist A2 Milch

Seit dem Jahr 2000 gibt es in Neuseeland ein börsennotiertes Molkereiunternehmen, das die „natürliche Form“ der Kuhmilch vermarktet, die sogenannte a2-Milch. Dieses Kürzel steht für den Genotyp der ß-Kaseinvariante A2A2. Bei Rindern europäischer Herkunft hat es vor langer Zeit eine Punktmutation gegeben, die von der normalen Form genetisch abweicht, die sogenannte A1 Variante. Durch das Buch des Agrarprofessors Keith Woodford „The Devil in the Milk“ (Der Teufel in der Milch) wurde medienwirksam auf frühe Forschungen aufmerksam gemacht, wonach die A1-ß-Kaseinvariante für Probleme bei der Verdauung verantwortlich gemacht werden und die Milch wohl auch Auslöser einer Milchallergie sein kann. So berichten inzwischen verschiedene Konsumenten, dass sie als vermeintlich laktoseintolerante Verbraucher diese a2-Milch problemlos vertragen. Sollte dies der Fall sein, könnten viele ehemalige Milchtrinker wieder zum Konsum von Milchprodukten animiert werden.

 

Milch- und Molkenproteine:

Milch besteht, neben Wasser, Fett, Zucker und Mineralien, aus zwei großen Proteingruppen, den Milch- und Molkeproteinen. Die Milchproteine stellen dabei 80% des bovinen Proteinanteils. Kuhmilch enthält vier verschiedene Kaseinproteine, alpha-S1-Kasein (40-45%), aplha-S2-Kasein (ca.10%), beta-Kasein (25-35%) und kappa-Kasein (3,8-15%). Bei den Molkeproteinen ist vor allem das beta-Lactoglobulin von Interesse.

 

Beta-Kasein:

Seit einiger Zeit besteht ein verstärktes Interesse an den verschiedenen β-Kasein-Varianten. Momentan sind insgesamt 12 natürlich vorkommende, genetische Varianten des β-Kaseins bekannt, die sich an einer oder mehreren Aminosäurepositionen voneinander unterscheiden:

A1, A2, A3, B, C, D, E, F, G, H1, H2 und I. Da für die Produktion von A2 Milch nur der A2-Status von Interesse ist, weißen wir bei unseren Bullen die Gruppen A2, A1 und A2 ähnlich aus.

Als Resultat einer natürlichen Mutation wird an Position 67 des Proteins die Aminosäure Prolin (Pro, A2 Allel) gegen die Aminosäure Histidin (His, A1 Allel) ausgetauscht. Aufgrund dieses Polymorphismus lässt sich die Milch bzw. das β-Kasein in zwei Gruppen einteilen: die A1-ähnliche Gruppe und die A2-ähnliche Gruppe. Zur A1-ähnlichen Gruppe gehören die β-Kaseine A1, B, C, F und G, ihnen allen ist die Aminosäure Histidin an Position 67 gemeinsam, sie besitzen jedoch noch zusätzliche Aminosäureaustausche an anderen Positionen des Proteins. Die Mitglieder der A2-ähnlichen Gruppe (A2, A3, D, E, H1, H2 und I) besitzen als Gemeinsamkeit an Position 67 des β-Kasein-Proteins ein Prolin, unterscheiden sich untereinander jedoch jeweils an mindestens einer weiteren Aminosäureposition. A1, B und C sowie A2 und I sind die häufigsten Varianten beim Rind.

Welche Proteinform die Kuh in der Milch exprimiert hängt von ihrer genetischen Konstitution ab, sie wird von kodominanten Varianten des β-Kasein-Gens kontrolliert. Kühe, die sowohl das A1-Allel als auch das A2-Allel (Genotyp A1A2) tragen, produzieren Milch die zu gleichen Anteilen die A1- und A2-Form des β-Kaseins enthält. Eine Kuh mit zwei Kopien des A2-Allels (Genotyp A2A2) wird nur Milch mit der A2-Variante produzieren.

 

Ihre Ansprechpartnerin für alle Fragen zum Thema a2 Milch und Untersuchungen:

Dr. Simone Jung
Standort: Grub
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