Bayern Genetik Bayern Genetik

Bullensuche

Ablauf Bullen Prüf-Programm

Bulleneinkauf

Die Bayern-Genetik GmbH kauft jährlich etwa 150 genomisch selektierte Bullen auf den bayerischen Zuchtviehmärkten oder direkt ab Stall. Ein Großteil dieser Jungbullen (Kandidaten) stammt aus der sogenannten gezielten Paarung, d.h. die Bullenmütter werden anhand ihrer Leistungsdaten selektiert und mit den für die gezielte Paarung ausgewählten Bullen belegt. Damit sollen Schwächen der Mutter mit Stärken des Vaters ausgeglichen werden.

Die anderen Bullen, stammen aus regulären, aber vielversprechenden Paarungen von Herdbuchkühen. Zusätzlich werden auch Bullen aus dem Ausland zugekauft, z.B. aus Österreich, Tschechien, Australien und Südafrika. Beim Bulleneinkauf wird sehr auf Leistungs- und Fitnessmerkmale geachtet. Allerdings ist auch das äußere Erscheinungsbild eines Bullen von großer Bedeutung. Wir vertreten den Doppelnutzungsgedanken und deshalb ist es für uns sehr wichtig, dass neben den Leistungsdaten auch das Exterieur und damit der Fleischansatz stimmt.

Darüber hinaus spielen bei der Entscheidungsfindung auch Kuhfamilien und Blutlinien eine wesentliche Rolle. Wir möchten letztendlich Genetik anbieten, die sich langfristig in den unterschiedlichsten Produktionssystemen und Klimaregionen bewährt.
 

Kandidateneinsatz

Von jedem Kandidaten werden nach Beendigung der Quarantäne (28 Tage Vorquarantäne und 28 Tage Hauptquarantäne) zunächst bis zu 2.000 Samenportionen eingefroren, die für den Kandidateneinsatz in HB- und MLP-Betrieben bestimmt sind. Ziel ist es, so viele abgeschlossene Erstlaktationen wie möglich von Töchtern eines Kandidaten für die Beurteilung der Vererbungsleistung zu bekommen.

Dieser Kandidateneinsatz wird zügig und straff durchgeführt und dauert sechs Wochen. Dabei wird jeder Bulle über alle verschiedenen Standorte (Ackerbau, absolutes Grünland) eingesetzt, wodurch gewährleistet wird, dass regionale Effekte keine allzu große Rolle spielen können.

Bild: Fernpass als Prüfbulle

 

 

 

Wartebullenhaltung

Nach Abschluss des Prüfeinsatzes werden von jedem Bullen 15.000 Portionen Samen eingefroren. Anschließend wird der Bulle als sogenannter Wartebulle auf einen unserer Zweigbetriebe in Börnchen / Erzgebirge oder Anzing verbracht, bis die ersten Leistungsergebnisse seiner Töchter veröffentlicht werden.

Genomische Jungvererber

Aufgrund des Tierzuchtgesetzes ist es nun möglich geworden, Bullen mit einer Sicherheit von 50% bei den Zuchtwerten, die noch keine Nachkommen-Prüfung durchlaufen haben, zu vermarkten.
Das heißt, dass die Bullen bereits nach Beendigung der Quarantäne eingesetzt werden dürfen.

Bild: Unsere Wartebullen auf dem Gut Börnchen in Sachsen.

 

 

 

Zweiteinsatz

Die BAYERN-GENETIK legt großen Wert darauf, dass auch weiterhin eine objektive Nachkommen-Prüfung im Feld durchgeführt wird. Insbesondere bei den Exterieur-Merkmalen gibt es noch große Schwankungen bei der Berechnung der genomischen Zuchtwerte. Nach Auflaufen der Töchter-Leistungen und der Ergebnisse der Nachzuchtbewertung wird dann nochmals die "Spreu vom Weizen getrennt" und die Bullen für den Zweiteinsatz selektiert.

Bild: Fernpass 188161 - als geprüfter Bulle

 

Neue Selektionsmöglichkeiten

Neue Methoden der Biotechnik erlauben eine genauere Untersuchung auf einzelne Merkmale der Vererbungsleistung eines Bullen, wie Fleischqualitätsmerkmale und Milchqualitätsmerkmale. Diese machen wir uns natürlich zu Nutze und lassen unsere Bullen testen.